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Projekte

Partnerschaft – Keine Frage der Entfernung

In Guatemala unterhalten wir Partnerschaften mit 4 Maya-Schul- und Stipendienprojekten.

Der jahrzehntelange Bürgerkrieg und die brutale Verfolgung der Maya-Bevölkerung sind zwar seit dem Friedensabkommen 1996 offiziell beendet. Nach wie vor aber ist das Leben der Mayas, die 60 % der Bevölkerung Guatemalas stellen, von extremer Armut und rassistischer Ausgrenzung geprägt:

- 69% der Maya-Kinder sind unterernährt.

- von 100 Guatemalteken, die sterben, sind 40 Kinder unter 5 Jahren.

- Schulbildung oder gar ein Studium bleiben für die meisten Maya-Kinder und Jugendlichen unerreichbare Träume.

Mit unserer Hilfe werden diese Träume für einige hundert Maya-Kinder und -Jugendliche in Guatemala wahr.

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Die Maya-Schule Jun Toj in Rabinal

Obwohl Mayas 60 % der Bevölkerung Guatemalas stellen, kommen Sprache und Kultur der 23 Maya-Ethnien in den staatlichen Schulen nicht vor.

Seit dem Friedensabkommen 1996 dürfen Mayas zwar eigene Schulen unterhalten, in denen sie neben den offiziellen Lerninhalten auch Sprache und Kultur ihrer Ethnie an die Kinder weitergeben. Vom Staat erhalten sie hierfür jedoch keinerlei Unterstützung. Die Maya-Schulen sind daher auf Hilfe von außen angewiesen.

Eine dieser Schulen, die Maya-Schule Jun Toj in Rabinal, unterstützen wir seit ihrer Gründung 1997, indem wir vor allem - mit einem Betrag von 13.500 Euro jährlich - die Besoldung der sieben Lehrkräfte finanzieren. Bis zu 150 Kinder – von der Vorschulklasse bis zum 6. Schuljahr – werden hier unterrichtet Von der hervorragenden Arbeit und der gemeinschaftlichen Atmosphäre in dieser Einrichtung konnten wir uns z. B. bei unserer Reise 2005 überzeugen. In 2009 und 2010 erreichten uns dann aber Nachrichten über sinkende Schülerzahlen, die durch verschiedene Umstände verursacht waren. Die Schule hat sich inzwischen mit großer Eigenintitiative und mit der Hilfe von Beratern der österreichisch-guatemaltekischen Schule neu aufgestellt und berichtet über wieder geordnete Verhältnisse und stabile bis wachsende Schülerzahlen (im sommer 2010 waren es 82 Schüler). Unser Vereinsmitglied Werner Göbels hat die Schule im Sommer 2010 besucht und konnte sich von den wieder geordneten Verhältnissen überzeugen. Besonders beeindruckend war dabei für uns nicht nur die Vielzahl der Verbesserungsmaßnahmen und deren konsequente Durchführung sondern insbesondere, dass der neue Schulleiter einer der ersten Absolventen dieser Schule war!

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Alle Kinder tragen eine farbenfrohe Schuluniform, die aus traditionellen Webstoffen der Maya-Achi besteht und somit zur Identitätsbildung bei den Schülern und Schülerinnen beiträgt.

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Die von uns finanzierten Klettergerüste auf dem Schulhof werden begeistert genutzt und sorgen für die nötige Bewegung.

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Eine wichtige Rolle in der Kultur der Maya spielen Musik und Tanz. Hier führt eine Gruppe von Schülern und Schülerinnen einen Maskentanz aus der Kolonialzeit vor.

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„Nach all der Verfolgung und Unterdrückung der Maya-Bevölkerung wollen wir im Rahmen des Friedensprozesses unseren Kindern unsere Maya-Sprache und die Kultur der Mayas vermitteln. In den staatlichen Schulen erfahren sie darüber nichts. Für Aufbau und Unterhalt unserer Maya-Schule Jun Toj mit inzwischen 150 Kindern ist die jährliche Unterstützung aus Mönchengladbach die wesentliche Stütze!“

Julio Ismalej Raxcacó, Initiator der May-Schule Jun Toj in Rabinal.

Hoffnungsträger braucht das Land

Das Stipendien-Projekt Samenkorn in Guatemala Stadt (Proyecto "Ija'tz ")

Seit 1997 unterstützen wir auch dieses ausgezeichnete Projekt, das - in erster Linie Maya- Kindern und Jugendlichen - Schulbildung und Studium ermöglicht. Die Stipendiaten kommen aus ganz Guatemala und werden nach Bedürftigkeit, Begabung und sozialem Engagement ausgewählt.

Durch regelmäßige Seminare zur Hilfe bei wissenschaftlichen Arbeiten, zur Aufarbeitung von Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen sowie zur Organisation sozialer Projekte werden die Stipendiaten kompetent begleitet. Außerdem ist die Pflege der Maya-Kultur und die Stärkung der Identität der Kinder und Jugendlichen ein wesentliches Anliegen des Vereins.

Die deutsche Journalistin Maria Christine Zauzich, die dieses Projekt gegründet hat, ist sich sicher:

"Bildung ist der Schlüssel für eine positive Entwicklung in Guatemala. Erst wenn gut ausgebildete Mayas mehr und mehr auch entscheidende Stellen in Gesellschaft und Staat bekleiden, kann es eine dauerhafte Verbesserung der Situation der Mayas im Land geben."

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Die Stipendiaten des Projekts Ija'tz (die obigen Bilder zeigen einige bei einem Besuch im EINE-WELT-Informationszentrum in 2005) sind solche Hoffnungsträger für ihr Land. Sie haben sich schon vor Beginn des Stipendiums durch soziales Engagement hervorgetan und verpflichten sich, dieses auch während und nach ihrem Stipendium weiterzuführen.

Zum Beispiel Maria Christina, älteste von 5 Geschwistern. Der hochintelligente Vater hat selbst nie die Gelegenheit gehabt zur Schule zu gehen und erst als Erwachsener bei einer Alphabetisierungskampagne Lesen und Schreiben gelernt. Heute unterrichtet er - neben den Gelegenheitsjobs und der Arbeit auf seinem kleinen Maisfeld - in seinem eigenen beengten Haus eine Art Sonderschulklasse von Maya-Kindern mit Lernschwierigkeiten.

Maria Christina arbeitet seit Jahren in einem sozialen Projekt ihrer Gemeinde mit, das ihr Vater mitbegründet hat. Sie studiert Psychologie und fährt jeden Tag zweieinhalb Stunden von ihrem Heimatort nach Guatemala-Stadt.

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Das Stipendienprojekt der Franziskanischen Schulschwestern in Rio Dulce

Die Franziskanischen Schulschwestern unterhalten dank unserer Unterstützung in Rio Dulce an der Atlantikküste ein kleines Stipendienprogramm für bedürftige und begabte Kinder und Jugendliche der Region am Izabal-See. Jedes Jahr erhalten so ca. 20 junge Menschen die Möglichkeit zu einer guten Schulbildung oder zum Studium und damit die Chance zu einer besseren Zukunft.

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Das Colegio der Franziskanischen Schulschwestern in Los Amates (seit 2010)

Auf ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung haben die Schulschwestern ein schon zu früheren Zeiten betriebenes Colleg in 2009 wiedereröffnet. Bereits im ersten Jahr haben sich 66 Schüler und Schülerinnen angemeldet!

Das Schulprojekt der Franziskanischen Schulschwestern in Chahal (bis 2010)

Seit vielen Jahre betreiben Franziskanische Schulschwestern eine Missionsstation in der ländlichen, sehr abgelegenen Region von Chahal. Hierzu gehörte bis 2010 neben einer kleinen Krankenstation ein Internat für 35 Maya-Mädchen, die hier das 7.-9. Schuljahr besuchen konnten. Besonderen Wert legten die Franziskanischen Schulschwestern, die selbst auch einen Teil des Unterrichtes übernahmen, auf Ernährungsfragen, landwirtschaftliche Kenntnisse und traditionelle Maya-Techniken wie Weben und Sticken. Inzwischen hat sich aber - auch durch das Vorbild der von der AKTION FRIEDENSDORF  unterstützten Schule - im öffentlichen Bereich ein hinreichend großes Alternativangebot für die Maya-Schülerinnen entwickelt. Vor diesem Hintergrund und angesichts sinkender Zahlen der Schwestern hat sich der Orden entschlossen, die Schule in Chahal zu schließen.

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